
Einladung zur Abschluss-Veranstaltung Kommunale Wärmeplanung
25.9.25 | 19:00 Uhr
In der Aula 2 der Gemeinschaftsschule Nortorf
Marienburger Str. 47-49
Kommunale Wärmeplanung in Nortorf.
Die kommunale Wärmeplanung unterstützt die Stadt Nortorf dabei, die zukünftige Wärmeversorgung strategisch zu gestalten. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für eine langfristig verlässliche, wirtschaftlich tragfähige und klimaverträglich ausgerichtete Wärmeversorgung zu analysieren und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei die Ermittlung des aktuellen Wärmebedarfs, die Bewertung verfügbarer Energiequellen sowie die Entwicklung möglicher Versorgungslösungen für die kommenden Jahre.
Was ist kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein gesetzlich vorgesehenes Planungsinstrument, mit dem Städte und Gemeinden die zukünftige Wärmeversorgung ihres Gebiets untersuchen und strategisch weiterentwickeln. In Nortorf erfolgt die Wärmeplanung in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Nortorf und der Stadtwerke Nortorf AöR. Sie umfasst unter anderem die Analyse des Wärmebedarfs, die Identifizierung möglicher Wärme- und Kältequellen sowie die Bewertung geeigneter Versorgungsoptionen für einzelne Gebiete im Stadtgebiet.
Klimaschutz: Die kommunale Wärmeplanung schafft die Grundlage, den Einsatz erneuerbarer Energien und anderer klimaverträglicher Wärmequellen bei der zukünftigen Wärmeversorgung zu berücksichtigen.
Energieeffizienz: Die Analyse von Wärmebedarf und Versorgungsstrukturen kann Ansatzpunkte für einen effizienteren Energieeinsatz aufzeigen.
Versorgungssicherheit: Die Betrachtung unterschiedlicher Wärmequellen kann dazu beitragen, die Wärmeversorgung langfristig breiter aufzustellen und Abhängigkeiten von einzelnen Energieträgern zu verringern.
Wirtschaft und Region: Die Umsetzung von Maßnahmen der Wärmewende kann regionale Wertschöpfung fördern und Investitionen vor Ort unterstützen.
Grundlage der kommunalen Wärmeplanung ist das Wärmeplanungsgesetz (WPG), das alle Gemeinden in Deutschland verpflichtet, eine Wärmeplanung zu erstellen. Es legt verbindliche Rahmenbedingungen für die Erstellung, Weiterentwicklung und Fortschreibung kommunaler Wärmepläne fest.
Ausbau von Wärmenetzen
Um die Nutzung von Umweltwärme, Abwärme und weiteren zentralen Wärmequellen für Haushalte zu ermöglichen, muss die Wärme vom Ort der Erzeugung zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern transportiert werden. Wärmenetze schaffen hierfür die notwendige Infrastruktur. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung werden daher auch die Möglichkeiten für den Ausbau von Wärmenetzen in Nortorf betrachtet.
Ziele der Wärmeplanung:
Die kommunale Wärmeplanung schafft eine Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung in Nortorf. Sie beschreibt mögliche Strategien für die Wärmewende und betrachtet dabei unter anderem den Ausbau von Wärmenetzen, den Einsatz erneuerbarer Energien sowie Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden.
Rechtliche Grundlagen:
Schleswig-Holstein ist Vorreiter in der kommunalen Wärmeplanung, die seit 2021 größere Gemeinden (darunter auch Nortorf) verpflichtet. Seit 2024 sind nach dem Bundesgesetz alle Gemeinden in Deutschland verpflichtet. Das Wärmeplanungsgesetz und die Novelle des EWKG regeln die Umsetzung und Fortschreibung alle fünf Jahre.
Bestandsanalyse:
Die Bestandsanalyse zeigt, dass der Wohnsektor eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung spielt. Insbesondere bei Gebäuden aus den Baujahren 1949 bis 1978 wurden Sanierungspotenziale identifiziert. Die Wärmeversorgung wird derzeit überwiegend durch fossile Energieträger geprägt. Darüber hinaus bestehen bereits drei erdgasbetriebene Gebäudenetze.
Potenzialanalyse:
Die Potenzialanalyse untersucht die verfügbaren technischen Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien und weiterer Wärmequellen im Stadtgebiet. Betrachtet werden unter anderem solarthermische Anlagen, Erdwärme, Biomasse und Abwärme. Nach den Ergebnissen der Analyse bestehen grundsätzlich ausreichende technische Potenziale zur Deckung des zukünftigen Wärmebedarfs.
Eignungsgebiete für Wärmenetze:
Im Rahmen der Untersuchung wurden Gebiete identifiziert, die grundsätzlich für eine Versorgung über Wärmenetze geeignet sein können. Dabei sind weitere Prüfungen, insbesondere zur technischen Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit, erforderlich. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bestehender Wärmenetze betrachtet.
Fokusgebiete Gebäudesanierung:
Sechs Gebiete mit insgesamt 173 Gebäuden wurden als Fokusbereiche für energetische Sanierungen ausgewiesen. In diesen Bereichen sollen Beratungsangebote, Informationsmaßnahmen und mögliche Sanierungskonzepte gezielt unterstützt werden.
Maßnahmenplan:
Der Maßnahmenplan beschreibt mögliche Schritte zur Weiterentwicklung der Wärmeversorgung. Dazu gehören unter anderem die Weiterentwicklung bestehender Wärmenetze, der Aufbau von Koordinierungs- und Beratungsangeboten, Maßnahmen im Gebäudebestand sowie ein begleitendes Monitoring. Die Umsetzung ist in unterschiedliche Zeiträume von einem bis zehn Jahren gegliedert.
Zielszenario 2040:
Das Zielszenario 2040 beschreibt eine mögliche Entwicklung des Wärmesektors in Nortorf. Es geht von einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien und einer Verringerung der Treibhausgasemissionen gegenüber dem heutigen Stand aus. Das Szenario dient als planerische Orientierung und stellt keine verbindliche Prognose dar.
Handlungsempfehlungen:
Für Gebäude innerhalb der identifizierten Eignungsgebiete empfiehlt die Analyse, geplante Heizungsmodernisierungen mit den möglichen Entwicklungen der Wärmeversorgung abzustimmen und vorhandene Fördermöglichkeiten zu prüfen. Unabhängig davon können bei anstehenden Modernisierungen energetische Verbesserungen am Gebäude berücksichtigt werden.

25.9.25 | 19:00 Uhr
In der Aula 2 der Gemeinschaftsschule Nortorf
Marienburger Str. 47-49

Wie wir in Zukunft heizen wollen